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Tuesday, January 31, 2012

PMBOK und PRINCE2 - Ein systematischer Vergleich im Projektmanagement

Nachdem ich im Rahmen einer Fallstudie die beiden Themen erarbeitet habe, möchte ich einige gewonne Erkentnisse veröffentlichen. Überraschend für mich war die enorme Verbreitung und Community rund um PMBOK, die ich in dem Ausmaß nicht erwartet hatte. Vorab möchte ich noch kurz als Einführung die Begriffe PMBOK und PRINCE2 erläutern:

Grundlagen

PMBOK
Die Abkürzung steht für "Project Management Body of Knowledge" und gemeint ist in der Regel der PMBOK Guide, welcher als ein Rahmenwerk im Bereich Projektmanagement zu verstehen ist. Urheber des PMBOK Guide ist PMI, ein nicht gewinnorientierter Verband zu dem weltweit über 400.000 Mitglieder zählen. Das Ziel von PMI ist es das Berufsbild als "Projektmanagers" weiter wachsen zu lassen und die eigenen Methoden kontinuierlich zu verbessern. Neben Projektmanagement-Techniken und Vorgehensweisen die über 25 Jahre praktische Erfahrung gereift sind, gibt es wissenschaftliche Akkreditierungen von PMI, sowie Colleges, Zertifizierungen, virtuelle Netzwerke und lokale Chapter in einzelnen Regionen.

PRINCE2
Der Begriff steht für "Projects in Controlled Environments" und ist die Weiterentwicklung der PRINCE-Methode, welche Prozesse, Techniken und Komponenten im Bereich Projektmanagement anbietet. Die Historie ist ähnlich lang wie bei PMBOK, dennoch liegen die Wurzeln von PRINCE2 in der IT-Branche. Die Methode ist Eigentum der Regierung Großbritanniens und wird vor allem dort und in politisch verbundenen Ländern wie Australien, Indien oder Südafrika eingesetzt. In Deutschland gibt es diesbezüglich einen steigenden Trend. Im Jahre 2011 wurden deutschlandweit 3.500 PRINCE2 Foundation Schulungen gehalten. Diesbezüglich stellt das Cabinet Office auch ein ausgefeiltes Zertifizierungskonzept bereit.

Projekt
Das Ziel von Wirtschaftsunternehmen ist die Leistungserstellung in Form von Produkten und Dienstleistungen, sowie der dazugehörige Vertrieb. Der sich dabei wiederholende Routineprozess wird als Linienarbeit bezeichnet. Diese spiegelt sich meist in Form einer Linienorganisation wieder, welche auf den Leistungserstellungsprozess optimiert ist. Im Gegensatz dazu müssen sich Unternehmen Innovationsprozessen stellen. Diese können sehr vielgestaltig ausfallen und dabei unterschiedlich strukturiert werden. Entsprechen sie neben der Neuartigkeit noch den Kriterien der zeitlichen Begrenzung und Komplexität, können diese Aufgaben als Projekte realisiert und organisiert werden.

Projektmanagement
Die fundamentale Aufgabe von Projektmanagement ist die Sicherstellung der Erreichung von definierten Projektzielen. Dabei umfasst Projektmanagement Instrumente und Methoden zur Planung und Steuerung sowie Methoden zur Führung und Modelle zur Organisation der Projektstruktur. Die Instrumente sind dabei auf eine ganzheitliche Betrachtung des Projektes ausgelegt. Es haben sich Methoden und Erfahrungswerte im Rahmen von Projektmanagement angesammelt und erlaubten das Etablieren von verschieden Projektmanagement-Rahmenwerken wie der PMBOK und Projektmanagement-Methoden PRINCE2.


Systematischer Vergleich

Vergleichskriterien
Anlässlich der langen Historie und dem entstandenen Aufbau von fundierten Erfahrungswerten beider Methoden, werden zunächst Hintergründe und Entstehungen betrachtet. Anschließend werden die federführenden Institutionen und Umgebungen welche hinter PRINCE2 und PMBOK stehen untersucht. Beide bieten eine unterschiedliche Vielfalt von Integration und Kollaboration zum Urheber der Methode und der Community. Somit trägt die Umgebung zur Auswahl der geeigneten Methodik bei. Im Anschluss daran wird die Verbreitung und Anwendung betrachtet und um aktuelle Relevanz- und Trendanalysen ergänzt. Danach werden die inhaltlichen Kriterien von PRINCE2 und PMBOK diskutiert und die wesentlichen Merkmale herausgearbeitet. Dabei sollen Konflikte und Gemeinsamkeiten identifiziert werden. Im Abschluss der analytischen Ausarbeitung werden die Ziele beider Methoden betrachtet.

Analytische Ausarbeitung - PMBOK

Historie
Am neunten Oktober 1969 wurde die Gründung des Project Management Instituts (PMI) offiziell bekannt gegeben. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Tätigkeitsfeld des Projektmanagements wenig etabliert. Mit der Erkenntnis, dass viele verschiedene Projektmanagement Methoden und Techniken angewendet werden können entwickelte sich PMI zur weltweit größten Projektmanagementorganisation. Dabei spielten freiwillige, welche Interesse an der Entwicklung des Berufsbildes im Bereich Projektmanagement hatten, eine entscheidende Rolle. Im Jahre 1981 wurde vom PMI Board of Directors ein Projekt genehmigt, welches unter anderem die Entwicklung einer Projektmanagementnorm beinhalteten sollte. Darauf folgte 1983 die Veröffentlichung einer ersten Normierungsrichtlinie für Projektmanagement. Diese Basis resultierte 1987 in dem Project Management Body of Knowledge (PMBOK) welcher nach zahlreichen Feedbacks und Erkenntnissen aus praktischer Anwendung zu einer aktualisierten Auflage führte. Diese wurde 1996 unter dem Namen „A Guide to the Project Management Body of Knowledge“ (PMBOK Guide) veröffentlicht. Es folgten in vierjährigen Zyklen weitere Ausgaben, sodass 2000, 2004 und 2008 vier Aktualisierungen mit praktischen Erfahrungen angereichert wurden. Als Resultat beinhaltet der PMBOK Guide wissen aus 25 Jahren praktischer Erfahrung im Bereich Projektmanagement.

Federführende Institutionen und Umgebung
PMI ist die federführende Institution hinter dem PMBOK Guide und agiert dabei weltweit als nicht gewinnorientierter Berufsverband. Dabei verfolgt PMI das Ziel das Thema Projektmanagement in den Bereichen der Forschung, praktischer Anwendung und Erschaffung des Berufsbildes im Bereich Projektmanagement voran zu treiben. PMI und die verbundenen Initiativen beruhen auf einer kleinen Gruppe hauptamtlicher Mitarbeiter welche für die Verwaltung zuständig sind und einer großen Mehrheit von Freiwilligen. Hierin spiegelt sich der Grundsatz von PMI wieder, welcher lautet „Für seine Mitglieder – durch seine Mitglieder“.

Verbreitung und Trend
PMI ist weltweit verbreitet und hat einen durchschnittlichen Mitgliederzuwachs von rund 20% pro Jahr. Diese Angabe basiert auf den Mitgliederzahlen ab dem Jahr 1975 mit rund 1000 Mitgliedern. 1984 betrug die Zahl bereits 10.000 und erlebte einen rapiden Anstieg, sodass bis 2009 die Anzahl der Mitglieder gegen 400.000 ging. Zur Untermalung dieser Angaben werden Stichproben von Google Trends und einem zentralen Sozial Business Internet Portal zu Rate gezogen. PMI breitet sich in Form von unterschiedlichen Einrichtungen aus. Dazu gehören die Chapter, welche lokale Ortsgruppen sind und für die Mitglieder örtlich erreichbare Fachkräfte beinhalten. Es existieren weltweit über 250 aktive PMI Chapter in über 70 Ländern. Zusätzlich existieren virtuelle Communities, welche PMI für die Bereitstellung einer reichhaltigen Wissensbasis konzipiert hat. Zur Unterstützung einer effektiven Kommunikation unter den Mitgliedern und Stakeholdern stellt PMI Regionalzentren für die Regionen Asien, Indien und EMEA. Entsprechend der Verbreitung gibt es neben der englischen Fassung des PMBOK Guide Übersetzungen in zehn weitere Sprachen. Darüber hinaus verfügt PMI über einen speziellen Forschungsbereich in den bis zum Jahr 2011 an die 16 Millionen US Dollar investiert wurden um innerhalb einer aktiven Projektmanagementforschung mehr als 350 Veröffentlichungen tätigen zu können und den eigenen Standard auch wissenschaftlich reifen zu lassen. Dazu passen auch die PMI spezifischen Colleges, welche sich dem Schwerpunktthema Projektmanagement gewidmet haben, sowie die wissenschaftliche Akkreditierungen an dem „PMI Global Accreditation Center for Project Management“ (GAC). Um hochwertige Trainings zum Thema Projektmanagement und PMBOK sicherzustellen, unterstützt PMI auch ein „Netzwerk registrierter Trainingsanbieter“ (R.E.P.).

Inhaltliche Kriterien
Der PMBOK Guide beinhaltet 42 Projetmanagementprozesse. Dabei handelt es sich um bewährte Verfahren, welche in Projekten angewendet werden können. PMI fasst diese Prozesse in fünf Prozessmanagementgruppen zusammen: Initiierung, Planung, Ausführung, Überwachung/Steuerung und Abschluss. Ein zentraler Aspekt ist die Ergänzung der Prozesse um eine Struktur, welche aus neun Wissensgebieten besteht. Alle Prozesse werden hinsichtlich dieser Wissensgebiete ausführlich dokumentiert. Dabei werden bezüglich der Prozesse jeweils die Eingangswerte, sowie die Werkzeuge und Techniken zur Durchführung und die Ausgangswerte und Resultate betrachtet. Folgende Tabelle stellt alle Prozesse, sowie deren Tätigkeiten innerhalb der jeweiligen Wissensgebiete dar.

Wissensgebiet Initiierung Planung Ausführung Überwachung/ Steuerung Abschluss
Integrationsmanagement Projektauftrag entwickeln Projektmanagentplan entwickeln Projektdurchführung lenken und managen Projektarbeit überwachen und steuern Projekt oder Phase abschließen
Inhalts- und Umfangsmanagement Anforderungen sammeln, Inhalt und Umfang Definieren, Projektstrukturplan erstellen Inhalt und Umfang verifizieren, Inhalt und umfang steuern
Zeitmanagement Vorgänge festlegen, Vorgangsfolge festlegen, Ressourcen für Vorgänger schätze, Vorgangsdauer schätzen, Terminplan entwickeln Terminplan steuern
Kostenmanagement Kosten schätzen, Budget festlegen Kosten steuern
Qualitätsmanagement Qualität planen Qualitätssicherung durchführen Qualitätslenkung durchführen
Personalmanagement in Projekten Personalbedarfsplan entwickeln Projektteam zusammenstellen, entwickeln, managen
Kommunikations- management Stakeholder identifizieren Kommunikation planen Informationen verteilen, Stakeholder Erwartungen managen Projektleistung berichten
Risikomanagement Risikomanagement planen, Risiken identifizieren, Qualitative Risikoanalyse durchführen, Quantitative Risikoanalyse durchführen, Risikobewältigungsmaßnahmen planen Risiken überwachen und steuern
Beschaffungsmanagement Beschaffung planen Beschaffung durchführen Beschaffung verwalten Beschaffung abschließen

Ziele
Der PMBOK Guide erhebt nicht den Anspruch eines dogmatischen Projektmangement-Rezeptbuchs. Vielmehr sollen die Prozesse und Wissensgebiete von Projektleitern und Projektteam zielgerichtet ausgewählt werden, da jedes Unternehmen eine einzigartige Kultur hat und unterschiedlichen Herausforderungen gegenübersteht. Hierbei sollte ausreichend Wissen über die Prozesse aufgebaut werden und auf Erfahrung anderer zurückgegriffen werden können. Die von PMI etablierte Community sollte hier Anwendung finden. Ein maßgebliches Ziel von PMI ist es dabei den Beruf im Bereich Projektmanagement weiter voran zu treiben und die im PMBOK Guide enthaltenen Methoden kontinuierlich zu verbessern. Dabei werden Erfahrungswerte aus Praxis sowie aus wissenschaftlichen Untersuchungen berücksichtigt.

Analytische Ausarbeitung - PRINCE2

Historie
Im Jahre 1989 veröffentlichte die “Central Computer and Telecommunications Agency” (CCTA) einen Standard im Bereich Projekt Management Methodik mit dem Namen PRINCE. Nachdem die CCTA umbenannt wurde in „Office of Government Commerce“ (OGC), zog diese im Juni 2010 als britische Regierungsinstitution in das Cabinet Office. PRINCE basiert auf der Projekt Management Methode PROMPT, welche 1979 von der CCTA übernommen wurde, da ein Nutzen für die Projekte der britischen Regierung im informationstechnischen Bereich erwartet wurde. Die britische Krone hält bis heute die Rechte an PRINCE und PRINCE2. Im Jahre 1996 wurde in Zusammenarbeit mit einem virtuellen Komitee – bestehend aus 150 Unternehmen – der PRINCE2 Standard verabschiedet. In den Jahren 2002 und 2005 gab es zwei Aktualisierungen der Methode. Dies war das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit einer internationalen PRINCE2 Gemeinschaft. Um Projektmanagern ein besseres Toolset an die Hand zu geben und Projekte im zeitlichen und wirtschaftlichen Rahmen hochwertig fertig zu stellen, wurde im Jahr 2009 PRINCE2 einer größeren Aktualisierung unterzogen, welche die Methode um sieben Prinzipien erweiterte.

Federführende Institutionen und Umgebung
PRINCE2 ist eine geschützte und eingetragene Handelsmarke des Cabinet Office der britischen Regierung. Diese treibt die Weiterentwicklung zusammen mit der internationalen PRINCE2 Gemeinschaft voran. Neben Einrichtungen der britischen Regierung existiert weltweit eine Vielzahl von unabhängigen Institutionen, mit dem Ziel in der jeweiligen Region PRINCE2 weiter zu etablieren und reifen zu lassen. Oft handelt es sich dabei um nicht gewinnorientierte Vereine, sondern Gemeinschaften mit rein fachlichem Interesse an der Thematik. Darüber hinaus existiert ein ausgefeiltes Zertifizierungskonzept, welches eine Umgebung mit Prüfungen, Schulungen und Literatur mit sich bringt. Insbesondere in Großbritannien werden solche Zertifizierungen explizit bei der Einstellung von Projektmanagern verlangt. Aber auch in anderen Ländern wirken sich diese Titel positiv auf das eigene Profil aus.

Verbreitung und Trend
In Großbritannien gilt PRINCE2 als De-Facto Standard für Projektmanagement und wird darüber hinaus in über 50 Ländern weltweit angewendet. Im Jahr 2009 erschein eine größere Aktualisierung der PRINCE2 Methode. Insbesondere im informationstechnischen Bereich hat sich PRINCE2 etabliert, da dort die Wurzeln der Methode liegen. Dennoch ist dem Cabinet Office gelungen über diese Grenze hinauszuwachsen und in anderen Branchen und Bereichen PRINCE2 Projekte erfolgreich durchzuführen. Länder welche mit Großbritannien politisch verbunden sind, setzen ebenfalls die PRINCE2 Methode schwerpunktmäßig ein. Deswegen ist die Akzeptanzrate in Australien, Indien und Südafrika hoch. In Jahren 2008 bis 2011 stieg allerdings auch die Verbreitung der Methoden in den europäischen Ländern. Dementsprechend wurden in Deutschland im Jahr 2011 an die 3.500 PRINCE2 Foundation Schulungen absolviert. Bis Ende 2011 wurden weltweit mehr als 900.000 PRINCE2 Zertifikate ausgestellt. Jährlich kommen ca. 70.000 neue hinzu. PRINCE2 ist offiziell in 10 Sprachen verfügbar.

Inhaltliche Kriterien
Die PRINCE2 Methode ist in drei Arten von Strukturelementen ausgeteilt: Prozesse, Komponenten und Techniken. Die Prozesse umschließen Aktivitäten und Rollen mit dem Ziel festzulegen welches Ergebnis zu welchem Zeitpunkt von wem durchgeführt werden soll. Die Komponenten liegen als Querschnittsthemen auf den Prozessen und beinhalten Aspekte wie Pläne, Risiko und Qualität. Um dieses zu realisieren beschreibt PRINCE2 einen Satz von Techniken, welche als reine Vorschläge verstanden werden und gegen andere und bevorzugte Techniken ersetzt werden können. Es muss allerdings sichergestellt werden, dass die Komponentenziele dabei eingehalten werden. Die folgende Übersicht zeigt das fest definierte Fundament von PRINCE2, bestehend aus acht Prozessen, acht Komponenten und drei Techniken:

Techniken
  • Produktgrundplanung
    • Produktanalyse, Produktbeschreibung, Produktflussdiagram
  • Qualitätsbewertung
    • Vorbereitung, Bewertung, Nachfolge
  • Änderungskontrolle
    • Erfassung, Protokollierung, Abschätzung, Endscheidung
  • Projektabwicklungsstruktur
    • Managementakte, Spezialisierungsakte, Qualitätsakte
Komponenten
  • Organisation
    • Beschreibung von Rollen u. Struktur
  • Planung
    • Produkte, Aktivitäten, Ressourcen
  • Steuerung
    • Management, Team, Qualität
  • Phasen
    • Management und technische Phasen
  • Risikomanagement
    • Risikoabschätzung und Management
  • Qualität der Projektumgebung
    • Qualität der Anforderungen und Rückmeldungen
  • Konfigurationsmanagement
    • Produktüberwachung und Dokumentation
  • Änderungssteuerung
    • Erfassung und Beurteilung
Prozesse
  • Projektvorbereitung (SU)
  • Projektinitiierung (IP)
  • Projektlenkung (DP)
  • Phasensteuerung (CS)
  • Management der Produktlieferung (MP)
  • Phasenübergangmanagement (SB)
  • Projektabschluss (CP)
  • Planen (PL)

Ziele
Das Ursprüngliche Ziel von PRINCE2 große IT-Projekte zu managen hat sich erweitert. Die PRINCE2 Methode findet Anwendung in Projekten aller Branchen und wird regelmäßig durch neue Erkenntnisse angereichert. Dabei werden Grundsätze und fundamentale Komponenten und Prozesse definiert. Dynamik wird insbesondere bei der Auswahl von konkreten Techniken gewünscht. Hier möchte PRINCE2 nicht zu dogmatisch werden, sondern einen Zielorientierten Rahmen schaffen der es Projektmanagern ermöglicht auch komplexe Projekte fristgerecht, innerhalb des Budgets und hochwertig fertig zu stellen. Zusätzlich soll die Methode weltweit weiter etabliert werden. Dazu werden Zertifizierungen, Schulungen und Vereine außerhalb Großbritanniens willkommen geheißen.

Zusammenfassende Gegenüberstellung

Historie
PMBOK PRINCE2
  • 25 Jahre praktische Erfahrung
  • branchenunabhängig
  • 22 Jahre praktische Erfahrung
  • Schwerpunkt: IT-Projekte

Federführende Institution und Umgebung
PMBOK PRINCE2
  • PMI (weltweiter Berufsverband)
  • nicht Gewinnorientiert
  • Colleges
  • Wissenschaftliche Akkreditierungen
  • Lokale Chapter
  • Gehört der Regierung Großbritanniens
  • Weltweit unabhängige Institutionen vorhanden
  • Ausgefeilte Zertifizierungsprogramme

Verbreitung und Trend
PMBOK PRINCE2
  • Weltweit etabliert
  • 20% Mitglieder Zuwachs pro Jahr
  • 400.000 Mitglieder im PMI
  • 250 aktive PMI Chapter
  • In über 70 Länder vertreten
  • Virtuelle Communites
  • mehr als 350 wissenschaftliche Veröffentlichungen
  • De-Facto Standard in Großbritan-nien
  • Hohe Verbreitung in politisch ver-bundenen Ländern zu Großbritan-nien
  • Tendenziell weniger verbreitet in Europa
  • Weltweit 900.000 PRINCE2 Zerti-fikate ausgestellt
  • In Deutschland wurden 2011 3.500 PRINCE2 Foundationen Schulun-gen absolviert

Um die Zahlen der analytischen Ausarbeitung zu untermalen wurden Stichproben aus den online Quellen Google Trends und der webbasierten Business Plattform XING verwendet, welche Informationen über Stellengesuche und Fähigkeiten ermitteln lässt.

Google Trends - Stichprobe
Die suche innerhalb von Google Trends nach den Begriffen „PMBOK“ und „PRINCE2“ führt zur Grafik welche in Abb. 1 dargestellt ist. Der dabei auf der Y-Achse verwendet „Search Volume Index“ ist ein von Google festgelegter Wert, der die aktuellen Suchbegriffe in Relation zum Gesamtvolumen der Suchanfragen setzt. Entscheidend ist demnach der Trend. Dabei ist zu erkennen, dass PMBOK und PRINCE2 einen ähnlich abnehmenden Trend aufweisen. Zusätzlich kann festgestellt werden, dass der Index zum „News Reference Volume“ insbesondere bei PRINCE2 in den Jahren 2009 und 2010 auffällig angestiegen ist. Der „News Reference Volume“ gibt Auskunft darüber wie oft der Suchtbegriff – in dem Fall PRINCE2 – in den Google News Themen aufgetreten ist. Nach Angaben von Google tauchte der Begriff „PRINCE2 2009 Launched“ zu diesem Zeitpunkt vermehrt auf.


Abbildung 1: Google Trends, Stand 28.01.2012


XING - Stichprobe
Neben dieser Stichprobe ergab eine Recherche in XING folgendes Ergebnis:
PMBOK PRINCE2
Anzahl Mitglieder mit Begriff im Profil Mehr als 10.000 Mehr als 10.000
Anzahl Jobs 9 13
Anzahl Gruppen 29 41
Anzahl Unternehmen 210 143
Anzahl Events 79 101
Abbildung 2: XING Recherche, Stand 28.01.2012

Beide Methoden sind ebenfalls hier auf Augenhöhe. Zu erkennen ist jedoch ein größeres Angebot an Gruppen und Events im Bereich PMI, was der hohen Verbreitung des Gemeinschafts und Community Gedankens der Institution entspricht. Wenig aussagekräftig ist hier die ungenaue Anzahl der Mitglieder.


Inhaltliche Kriterien
PMBOK PRINCE2
  • Satz von 42 Prozessen, welche für sieben Wissensgebiete eingesetzt werden sollen
  • Nicht alle müssen eingesetzt wer-den. Der Projektleiter und das Team entscheiden.
  • Drei Arten von Strukturelementen: Prozesse, Komponenten, Techniken.
  • Insbesondere die Techniken können ausgetauscht werden.

Ziele
PMBOK PRINCE2
  • Kein Rezeptbuch, sondern Anleitung.
  • Berufsbild im Bereich Projektmanagement vorantreiben.
  • Weiter wachsen und Erfahrungen sammeln.
  • Die Schaffung eines Rahmens
  • Vorschläge zu Techniken gegeben
  • Weltweite Verbreitung vorantrei-ben


Schlussbetrachtung
Sowohl PRINCE2 als auch PMBOK glänzen mit einer ausführlichen Historie. Beide basieren auf einem Fundament reichhaltiger Erfahrungen in Großprojekten. Besonders im IT-Bereich ist hier PRINCE2 aufgrund seiner Wurzeln ernst zu nehmen. PMBOK hingegen ist unter der Federführung von PMI und einer großen weltweit agierenden Gemeinschaft vertreten. Wenn der Wunsch an aktivem Austausch und Eingliederung in die Welt des Projektmanagements besteht, kann hier sogar bis auf Tätigkeiten in wissenschaftlichen Bereichen zurückgegriffen werden. PRINCE2 und PMBOK unterscheiden sich in einigen Details, Begriffsdefinitionen und Handlungsempfehlungen. Diese Unterschiede sehen Snijders, Wuttke und Zandhaus also Argumente PMBOK nicht mit anderen Methoden zu verbinden. Es mache „keinen Sinn die [Projektbeteiligten] mit verschiedenen Methoden und unterschiedlichen Hintergründen sowie Definitionen zu konfrontieren, und dann auch noch von jedem Einzelnen eine eigene Integrationsübung zu verlangen.“ Dies könne zu Fehlern führen, Missverständnisse oder Irritationen verursachen. Entgegen dieser Meinung wäre rein technisch allerdings eine Integration mit PRINCE2 denkbar, da diese Methode es willkommen heißt die vorgeschlagenen Techniken durch andere zu ersetzen.



Literaturverzeichnis

Monographien
  • Kraus G., Westermann R. (2010): Projektmanagement mit System, 4. Aufl., Wiesbaden (2010)
  • Snijders P., Wuttke T., Zandhuis A. (2011): Eine Zusammenfassung des PMBOK Guide, 1. AUfl., Zaltbommel (2011)
  • Heemst G., Hedeman H., Bon M. (2006): Project Management Based on PRINCE2, 3rd Edition, 3. Aufl., Van Haren (2005)
  • Köhler P. (2006): PRINCE2, Heidelberg 2006

Internetquellen
  • prince2.com (2012), What is PRINCE2?, URL: http://www.prince2.com/what-is-prince2.asp, Abruf am 29.01.2012
  • projectsmart (2012), 2009 PRINCE2 Major Revision, URL: http://www.projectsmart.co.uk/history-of-prince2.html, Abruf am 29.01.2012
  • prince2-deutschland (2012), Verein, URL: http://www.prince2-deutschland.de/content/verein, Abruf am 29.01.2012
  • copargo (2012), PRINCE2 ist ein "shooting star", URL: http://www.copargo.de/de/downloads/prince2-details/verbreitung, Abruf am 30.01.2012
  • Google (2012), Trend, URL: Google Trends, http://www.google.com/trends/?q=pmbok,+prince2&ctab=0&geo=all&date=all&sort=0, Abruf am 28.01.2012
  • XING (2012) , Suche, URL: http://www.xing.com, Abruf am 28.01.2012

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